Programmschwerpunkte

Engagement und Verantwortung: Zivilgesellschaft und Dritter Sektor

Dem Dritten Sektor – dem sogenannten Non-Profit-Bereich mit gemeinnützigen Unternehmen, Initiativen, Vereinen, Projekten, Verbänden etc. – kommt in den Gesellschaften Israels und Deutschlands eine immer stärkere Bedeutung zu. Er ist gegenwärtig und zukünftig bedeutender Teil der Zivilgesellschaft, bietet Raum für bürgerschaftliches Engagement und trägt zur politischen Teilhabe sowie zur gesellschaftlichen Integration bei. Er ist Handlungsfeld gesellschaftlich relevanter Themen, eröffnet einen praxisbezogenen Erfahrungsaustausch, bietet Möglichkeiten der Bildung von aktiven Partnerschaften sowie der Entwicklung und Durchführung gemeinsamer Projekte. Das Deutsch-Israelische Zukunftsforum sieht hier einen wichtigen Bereich künftiger bilateraler Zusammenarbeit.

 

In diesem Schwerpunkt wird der Aufbau und die Durchführung eines Freiwilligendienstes junger Israelinnen und Israelis in Deutschland gefördert. Durchgeführt von zahlreichen israelischen und deutschen Organisationen bietet er die Möglichkeit, für ein Jahr Erfahrungen im zivilgesellschaftlichen Bereich zu sammeln und am Alltagsleben in Deutschland teilzuhaben. Er verbindet soziales und politisches Engagement mit einem neuen Beitrag zur deutsch-israelischen Verständigung. Darüber hinaus werden die internationalen und interkulturellen Kompetenzen der jungen Menschen und eine entsprechende Öffnung der beteiligten Organisationen gefördert.

 

Weiterhin wird in diesem Förderschwerpunkt ein bilaterales Qualifizierungsprogramm für Nachwuchskräfte aus dem Dritten Sektor vorbereitet.

 

Der Programmschwerpunkt beginnt am 1. Januar 2010.

Geschichte in Zukunft

Das Wissen um die Vergangenheit ist Grundlage der Beziehungen zwischen Deutschen und Israelis, es ist in allen deutsch-israelischen Kontakten präsent. Die Schoa und die Erfahrungen des Nationalsozialismus wirken nach und prägen beide Gesellschaften unterschiedlich. Wie sich die deutsch-israelischen Beziehungen zukünftig gestalten, wird auch von der verantwortlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte, ihrer Präsenz und Vermittlung sowie der öffentlichen Diskussion in den beiden Ländern beeinflusst sein. Neben diesen identitätsbestimmenden Erfahrungen werden in beiden Ländern durch Migrationsbewegungen, Bevölkerungsentwicklungen und aktuelle Diskurse weitere Geschichtserfahrungen und vielfältige Erinnerungen angesprochen, die sich oftmals in einem Spannungsfeld zwischen Herkunftsgeschichte und Geschichte der Mehrheitsgesellschaft bewegen.

 

Im Bewusstsein der Bedeutung für die künftige Ausgestaltung der deutsch-israelischen Beziehungen fördert die Stiftung Projekte, die Formen der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit in Gegenwart und Zukunft diskutieren oder erproben und ausdrücklich auf diese Entwicklungen eingehen. Im Rahmen des Schwerpunkts werden zunächst Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit in diesem Bereich und Formen von Geschichtstradierungen in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen beider Länder recherchiert. Auf dieser Grundlage wird in der zweiten Hälfte des Jahres 2010 zu einer deutsch-israelischen Konferenz eingeladen, bei der die Ergebnisse präsentiert und Projektideen diskutiert werden können. Ausgewählte oder bei dem Treffen entwickelte Projekte werden im Anschluss für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren gefördert.

 

Wir rufen dazu auf, Projektideen und vorschläge einzureichen. Gefördert werden bilaterale Projekte sowie der Aufbau von Netzwerken von Nachwuchskräften zum Erfahrungsaustausch und zur Qualifizierung im Bereich der Erinnerungs- und Gedenkkultur.

 

Der Programmschwerpunkt beginnt am 1. Januar 2010.

Spracherwerb

Das Deutsch-Israelische Zukunftsforum ist davon überzeugt, dass der Erwerb von Sprachkenntnissen ein wichtiger Baustein der künftigen deutsch-israelischen Beziehungen ist. Es unterstützt daher durch ein Sonderprogramm Sprachkurse für deutsch-israelische Projekte und Kooperationen. Gefördert werden können Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Förderprojekten des Deutsch-Israelischen Zukunftsforums und weiterer deutsch-israelischer Vorhaben. Förderfähig sind die Kosten für zertifizierte Sprachkurse. Antragsberechtigt sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer deutsch-israelischer Kooperationsvorhaben gemeinnütziger Organisationen, bürgerschaftlicher Initiativen oder öffentlicher Einrichtungen. In der Regel ist von den Geförderten ein angemessener Eigenanteil an den Kursgebühren zu leisten.

 

Der Programmschwerpunkt wird vom Goethe-Institut Tel Aviv unterstützt und beginnt am 1. Januar 2010.

Einzelförderungen

Über die Programmschwerpunkte hinaus sind Einzelförderungen von Projekten in begrenztem Umfang möglich. Sie sollten sich eng an den Kriterien des Deutsch-Israelischen Zukunftsforums (Bilateralität, Netzwerkbildung, Zukunftsorientierung) ausrichten.

 

Der Aufbau neuer Kontakte und die Intensivierung bestehender Netzwerke ist ein zentrales Ziel der Stiftungsarbeit. Zu diesem Zweck kann auch der Entwicklungsprozess von einer Idee zu einer Projektkonzeption deutscher und israelischer Partner unterstützt werden. Ein Anspruch auf Förderung der Umsetzung des Projekts entsteht hierdurch allerdings nicht; diese Möglichkeit wird jedoch nach der Konzeptionsphase eingehend geprüft.