Intersex-Care-Bewusstsein

Intersexuelle Menschen sind Individuen, deren Geschlechtsmerkmale bei ihrer Geburt nicht eindeutig männlich oder weiblich sind. Die Komplexität der genetischen, hormonellen und anatomischen Faktoren, die dabei eine Rolle spielen, und die immer noch gängige Praxis, den Betroffenen möglichst schnell ein Geschlecht „zuzuordnen“, schaffen viele Konflikte und Missverständnisse zwischen den Eltern intersexueller Babys, intersexuellen Kindern und Erwachsenen und den Mediziner*innen, Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen, die sie betreuen. In diesem Projekt geht es darum, das Bewusstsein für die Bedürfnisse von intersexuellen Menschen zu schärfen und die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten zu verbessern.

Teilnehmende
20 Medizinische Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen
Intersexuelle Menschen und ihre Angehörigen

Projektinhalte
Die meisten Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen wissen wenig über Intersexualität. Der Dialog mit und über Intersexuelle kann deswegen auch heute noch von Scham, Tabuisierung und Geheimhaltung geprägt sein. Deswegen bringt dieses Projekt Pratiker*innen aus dem Gesundheitswesen mit Expert*innen für Intersexualität sowie betroffenen Kindern und Erwachsenen zusammen. So entsteht ein Austausch über die Erfahrungen von intersexuellen Menschen, die psychosozialen Konflikte, mit denen sie sich auseinandersetzen müssen, existierende Behandlungsmethoden und die besten Möglichkeiten, Intersexuelle und ihre Familien zu unterstützen.

Methoden der Projektarbeit
Das Projekt hat eine Laufzeit von anderthalb Jahren und basiert auf zwei Workshops in Hamburg und Jerusalem. Während des ersten Treffens geht es darum, die medizinischen und sozialen Komponenten, die das Leben von intersexuellen Menschen prägen, kennenzulernen und sich mit Expert*innen und Betroffenen auszutauschen. Im Rahmen des zweiten Treffens stellen die Teilnehmenden die Behandlungsmethoden und Beratungskonzepte vor, die sie in der Zwischenzeit in Kleingruppen entwickelt haben.

Projektziele
Das Projekt zielt darauf ab, Handlungsanleitungen zu erarbeiten, die es Mitarbeiter*innen in medizinischen, psychologischen und sozialen Einrichtungen ermöglichen, besser auf die Bedürfnisse von Intersexuellen und ihren Angehörigen einzugehen. Konkret geht es darum, Akzeptanz und Toleranz aufzubauen, das Wissen über Intersexualität zu vertiefen und psychosoziale Methoden zu entwickeln. Außerdem sollen die Projektergebnisse veröffentlicht und an Universitäten, Forschungseinrichtungen und relevante Fachkreise weitergegeben werden.
Kooperationspartner
The Martin Buber Society of Fellows, Hebrew University of Jerusalem
Institut für Sexualforschung & Forensische Psychiatrie, Hamburg