Dialog in Krisenzeiten aufrechterhalten
Ein Blick auf jüdisch-muslimische Beziehungen in Zeiten von Krieg und Krise
Dialog heißt nicht, einer Meinung zu sein, sondern im Gespräch zu bleiben. Mit dieser Überzeugung brachten Tech2Peace aus Haifa und die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg in einem Pilotprojekt junge Erwachsene aus Israel, den palästinensischen Gebieten und Deutschland zusammen. Die Gruppe war bewusst vielfältig: Studierende, Promovierende und junge Berufstätige mit jüdischem, muslimischem, israelischem, palästinensischem und deutschem Hintergrund, teils mit eigener Migrations- oder Diasporageschichte.
In Kleingruppen, Seminaren mit Expert*innen und gemeinsamer Projektarbeit ging es um die Frage, wie der Nahostkonflikt auf Gesellschaften außerhalb der Region wirkt: auf den demokratischen Diskurs, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Verhältnis zwischen jüdischen und muslimischen Gemeinschaften in Deutschland. Im Mittelpunkt standen persönliche Perspektiven: Wie erlebt jede und jeder Einzelne den Konflikt, und was bedeutet er für den eigenen Alltag? Öffentliche Vorträge, Filmvorführungen und Diskussionen öffneten den Austausch auch für die Heidelberger Öffentlichkeit. Ziel war dabei ausdrücklich nicht Einigkeit, sondern die Fähigkeit, trotz Meinungsverschiedenheiten im Gespräch zu bleiben.
Das Projekt Dialog in Krisenzeiten aufrechterhalten schuf Vertrauen und persönliche Beziehungen, die über das Programm hinausreichen. Ihre Erfahrungen bringen die Teilnehmenden nun in ihr eigenes Umfeld ein und werden dort zu Ansprechpartner*innen für interkulturelle Verständigung.
Brücken für psychosoziale Rehabilitation
Eine deutsch-israelische Kooperation für Teilhabe am Arbeitsleben
Eine psychische Erkrankung darf kein Ausschluss vom Arbeitsleben sein – unter diesem Leitgedanken arbeiten die Shekulo Tov Group aus Lod und das Institut für Lebenskompetenz aus Berlin in einer langfristigen Partnerschaft zusammen. Beide Organisationen begleiten Menschen mit komplexen psychischen Erkrankungen, psychosozialen Beeinträchtigungen und langer Arbeitslosigkeit auf ihrem Weg in den ersten Arbeitsmarkt. Gemeinsam wollen die Partner die berufliche Rehabilitation in beiden Ländern verbessern.
Bei gegenseitigen Studienbesuchen, Schulungen und Fachkonferenzen tauschten sich junge Fach und Führungskräfte, Politiker*innen und Menschen mit eigener Krankheitserfahrung aus. Jede Seite brachte dabei ein, was der anderen bislang fehlte: Shekulo Tov, ein Modell, das Genesung, Training und echte Arbeitsplätze von Anfang an verbindet, etwa in Buchhandlungen und Cafés mitten in der Nachbarschaft. So finden deutlich mehr Menschen in reguläre Beschäftigung als über klassische Werkstätten. Das Berliner Institut macht den israelischen Ansatz mit seiner Erfahrung in der Eins-zu-eins-Begleitung und seinem Wissen über Förderstrukturen für die deutsche Praxis nutzbar.
Das Projekt Brücken für psychosoziale Rehabilitation verbindet Gesundheitswesen, Sozialsystem und Arbeitsmarkt. Es sorgt dafür, dass Menschen nicht zwischen den Systemen verloren gehen, sondern als Bürger*innen, Kolleg*innen und Mitgestaltende teilhaben.

















