Ausschreibung und Bewerbung

Für das Sylke-Tempel-Fellowship-Programm zum Thema "Russischsprachige Gemeinschaften in Deutschland und Israel: Ihre Beziehungen zu Russland und ihre Bedeutung in beiden Ländern" können Sie sich noch bis zum 31.12.18 bewerben.

Ausschreibung 

Bewerben können sich Wissenschaftler*innen, Journalist*innen und Expert*innen, die sich mit der Zuwanderung aus dem Raum der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland und/oder Israel beschäftigen.

Die Ausschreibung richtet sich insbesondere an junge Expert*innen in Deutschland und Israel, die ihr Hochschulstudium abgeschlossen haben und am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn stehen.

Die Fellows reichen bis zum 30. Juni 2019 ein Manuskript ein, das in der Zeitschrift Osteuropa in deutscher und englischer Sprache veröffentlicht werden soll. Der Arbeitsort ist frei wählbar. Im Frühjahr 2019 nehmen sie zur Diskussion ihrer Projekte an einer Fachtagung in Berlin teil. Die Ergebnisse ihrer Arbeit stellen sie im Winter 2019 auf einer öffentlichen Konferenz in Berlin vor.

Es werden sechs Fellowships vergeben, die mit jeweils 3.000 Euro vergütet werden. Zusätzlich werden Reise- und Unterbringungskosten für die Teilnahme an der Fachtagung und der zweitägigen Konferenz übernommen.

Für die Bewerbung sind folgende Unterlagen einzureichen:

  • Lebenslauf
  • Sylke Tempel war eine leidenschaftliche Leserin. In ihrem Sinne interessiert uns auch, welches literarische Werk Sie persönlich am meisten geprägt hat. 
  • Motivationsschreiben (unter Angaben Ihrer beruflichen Planungen: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?)
  • Skizze des geplanten Forschungsprojekts (bitte nehmen Sie auch Bezug auf die ausgeschriebenen Schwerpunkte/max. drei Seiten)

Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen in deutscher, englischer oder russischer Sprache bis zum 31. Dezember 2018 ausschließlich elektronisch in einer Datei an: email hidden; JavaScript is required
Bei Fragen zur Bewerbung wenden Sie sich bitte an: email hidden; JavaScript is required (Da unser Büro zwischen dem 23.12.18 und dem 06.01.19 geschlossen ist, bitten wir Sie, alle Fragen bis zum 15.12.18 an uns zu richten.)

Folgende Themenschwerpunkte werden bevorzugt berücksichtigt:

1. Migration und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft und Politik
Das Ende der Sowjetunion war der Anfang einer großen Auswanderungsbewegung. Über eine Million Menschen verließ die Sowjetunion in Richtung Israel, über zwei Millionen erhielten als Volkszugehörige die deutsche Staatsbürgerschaft, fast 250 000 Jüdinnen und Juden ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in Deutschland.
Wie verlief ihre Integration an Schulen und Universitäten, ihre Eingliederung in den Arbeitsmarkt? Wie etabliert sind sie im Einwanderungsland? Inwiefern werden sie als eigene Gruppe wahrgenommen? Welches (politische) Selbstverständnis haben sie als Bürger*innen ihrer neuen Heimatstaaten? Welche Sozialisationsmuster prägten ihre jeweilige kulturelle Selbstverortung? In welcher Weise prägen sie die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen in Israel und Deutschland heute? Welche Auswirkungen hat dies auf die wechselseitige Wahrnehmung der israelischen, deutschen und russischen Gesellschaft? Und wie gestalten sich die heutigen Beziehungen der Migrant*innen zum Auswanderungsland?


2. Gemeinsame und geteilte Öffentlichkeit

Die Einwanderer*innen aus der ehemaligen Sowjetunion haben in Deutschland und Israel Zeitungen, Verlage, Radio- und Fernsehsender sowie Onlineformate gegründet. Darüber hinaus haben sie eine eigene Kunst- und Kulturszene mit Theater, Filmen, Publikationen und umfangreichen Freizeitangeboten geschaffen.
Welche Bedeutung haben russischsprachige Medien in Deutschland und Israel heute für die Informationsbeschaffung, Kommunikation und Selbstpräsentation der russischsprachigen Bevölkerung in Israel und Deutschland? Welche Rolle spielen Journalist*innen und Publizist*innen mit einem russischsprachigen Hintergrund in der allgemeinen Medienlandschaft der beiden Länder? Welche Bilder und Botschaften vermitteln die Kunst- und Kulturszene? Und welche Funktion haben diese Foren für die russischsprachige und die Gesamtbevölkerung in Deutschland und Israel?


3. Triplomatie

Die Außenpolitik und die bilateralen Beziehungen zwischen Israel und West- sowie Ostdeutschland waren nach dem Zweiten Weltkrieg stark von den politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zur Sowjetunion beeinflusst. Auch heute spielen die Beziehungen zu den Nachfolgestaaten der Sowjetunion eine wichtige Rolle in der israelischen und deutschen Außenpolitik und beeinflussen auch die israelisch-deutschen Beziehungen.
Wie haben sich die diplomatischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen zwischen Israel-Deutschland und Russland in wechselseitiger Beeinflussung entwickelt? Und welche Rolle spielen die Nahostpolitik und der Krieg in Syrien in den Beziehungen der Staaten untereinander?